Texte

 

 

 

 

Leseprobe >Isarbrodeln<:

 

 

Max dachte daran, wie er ihn kennen gelernt hatte. Es war in seinen Anfangsjahren bei der Kripo gewesen. Giovanni hatte damals in einem kleinen Pizzastand in Schwabing gearbeitet und vergessen gehabt, Max die Salami auf seine Pizza zu legen. Der hatte sich natürlich darüber beschwert. Aber Giovanni hatte so getan, als hätte Max die Pizza genau so bei ihm bestellt, wie sie zwischen ihnen lag, ohne Salami. Max hatte daraufhin, obwohl er seit zwei Stunden außer Dienst war, seinen Polizeiausweis gezückt und ihm damit gedroht, die Bude zu schließen, wenn er nicht sofort seine Salami bekäme. Plus eine Entschuldigung. Als Giovanni ihm beides mit dem Hinweis darauf, dass Max selbst schuld wäre, wenn er nicht anständig bestellen könne, trotzig verweigerte, warf der wutentbrannt seine salamilose Pizza an die hintere Wand des kleinen Verkaufsraums. Daraufhin entstand zuerst ein Riesentumult, gespickt mit den phantasievollsten Beschimpfungen auf beiden Seiten, wobei das Italienische dem Bayrischen in nichts nachstand, und dann geschah es. Während einer kurzen Gefechtspause lief Giovanni zu seinem Ofen, holte fünf unbelegte warme Pizzas heraus, stapelte sie auf dem Verkaufstresen übereinander, knallte noch eine ganze Salami am Stück daneben hin und forderte Max lautstark auf, sich seine bescheuerte Pizza doch gefälligst selbst zu machen. Der sah den tobenden Pizzabäcker erst einmal mit offenstehendem Mund an, dann konnte er einfach nicht mehr anders. Er musste lachen. Immer lauter. Giovanni stimmte nach einer Weile ein. Er zauberte von irgendwo eine Flasche Grappa hervor und sie tranken, bis sie leer war. Seitdem waren Max und sein Kollege Franz damals beinahe täglich bei Giovanni vorbeigekommen, um sich eine Pizza Salami zu holen. All ihren anderen Kollegen hatten sie den kleinen Pizzastand auch empfohlen. Das Weitere ergab sich zwingend. Giovannis Umsatz stieg, und Max und er wurden dicke Freunde.

 

 

 

Leseprobe: Mordsparty im Zillertal.

 

 

„Noch ein Bier, Max?“ Sein im Laufe der Jahre um die Hüften reichlich rund gewordener Jugendfreund zeigte auf ihre fast leeren Gläser.

„Logisch!“, brüllte Max durch die laute Musik zurück. „Oder sollen wir vielleicht mit Almdudler weitermachen?“

„Niemals.“ Gerhard entfernte sich laut lachend in Richtung Bar.

„Heut is so ein schöner Tag. La, la, la, la, la ...“ Der Saal tobte. Max als gestandener Rock-, Blues- und Countrybarde hatte die Schlagerszene nie ganz ernst genommen, und daran änderte auch die grandiose Stimmung rundherum nichts. Aber mei, was soll’s? Wenn ich schon mal hier bin, kann ich die Gaudi auch mitmachen, sagte er sich grinsend und stimmte in den Refrain ein.

„Hallo, Fremder. Ganz alleine hier?“ Eine vor Erotik knisternde, weibliche Stimme erreichte sein linkes Ohr aus nächster Nähe von hinten. Er hörte zu singen auf und drehte sich neugierig um.

„Wer will das wissen?“, fragte er, während er in das wohl hübscheste Gesicht des gesamten Alpenraumes von Monaco bis zum Wiener Becken schaute. Langes blondes Haar, strahlend blaue Augen, volle rote Lippen und ein Lächeln, das den stärksten Bison aus den Socken gehauen hätte. Das ungefähr 30-jährige Geschöpf mit der strassbesetzten weißen Umhängehandtasche, das vor ihm stand, war nichts anderes als unwiderstehlich und bezaubernd zugleich.

„Ich bin die Bärbel“, erwiderte sie, nachdem der tosende Applaus für Antonia verklungen war.

„Max,“ sagte Max. Was wollte eine wie sie denn nur in diesem alkoholisierten Hexenkessel?

 

 

 

Leseprobe >Alpengrollen<:

 

 

Sie hörte Schritte von weit her. Sehen konnte sie nichts. Der Sack, den sie ihr über den Kopf gezogen und am Hals festgeschnürt hatten, ließ das nicht zu. Nur für ihren Mund war eine Öffnung ausgespart, durch die sie ihr vor ein paar Stunden Wasser gegeben hatten. Und irgendeinen ekelhaften Brei. Wann genau das gewesen war, konnte sie nicht sagen. Sie hatte kein Zeitgefühl mehr. Wusste nicht, wie lange sie schon hier auf dem kalten Boden lag. Dass er feucht war und aus Stein oder Fliesen sein musste, konnte sie mit den Händen spüren.

Jetzt öffnete jemand die Tür. Ein eisiger Windhauch zog zu ihr herüber. Sie betete zu Gott, dass man ihr nicht wieder eine von diesen Spritzen gab, die sie so schwindelig machten. Und so müde. Ihre Arme und Beine taten weh. Die engen Fesseln schnitten in die Gelenke ein. Sie konnte sich kaum noch bewegen. Hatte immer wieder geweint in den letzten zwei Tagen. Sich immer wieder gefragt, wie sie nur in diese ausweglose Situation hatte geraten können. Doch so sehr sie sich auch den Kopf zermarterte, sie kam nicht darauf. Konnte sich lediglich daran erinnern, dass sie mit ihren Freundinnen beim Skifahren gewesen war. Auf dem Nachhauseweg am frühen Abend hatten sie dann im Eiscafé in der Stadt noch etwas getrunken. Und dann ... Nichts mehr ... Zappenduster. Als hinge ein dicker schwarzer Vorhang vor ihrer Erinnerung.

Schon eine ganze Zeit lang spürte sie ihre Füße nicht mehr. Jemand trat neben sie und redete in einer Sprache zu ihr, die sie nicht verstand. Der barsche Tonfall machte ihr Angst. Sie spürte wieder die Plastikflasche von vorhin an ihrem Mund. Schluckte gierig. Hatte großen Durst. Dann flehte sie mit zitternder Stimme blind in den Raum hinein, sie doch bitte, bitte wieder freizulassen ...

 

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Leseprobe Kurzgeschichte >Max Raintaler macht Urlaub<:

 

 

„Das passiert dir aber auch bloß hier unten im Süden, Herrschaftszeiten.“

 

Laut schimpfend und fluchend kam Max mit zwei kleinen Flaschen Wasser vom Verkaufstresen zurück.

„Was ist denn los?“

Monika sah ihn erschrocken an.

„Da. Schau her. Zwei Scheißflaschen lauwarmes Wasser hat sie mir gegeben, die alte Signora am Tresen. Die Espressomaschine ist kaputt, meint sie. Und der Kühlschrank anscheinend auch, wenn ich mir das Wasser hier so anschaue. Ja, so ein Mist. Und ich hab mich so auf den Kaffee gefreut. Bei uns daheim passiert dir so was nicht. Das sag ich dir.“

Immer noch aufgebracht und ärgerlich den Kopf schüttelnd setzte er sich neben sie an den kleinen schwarzen Plastiktisch.

„Ach wo, Max. Bei uns kann dir das genauso passieren. Dreh doch nicht immer gleich durch. Trinken wir halt Wasser. Das ist sowieso gesünder.“

Monika wusste, wie schnell Max manchmal auf 180 war und versuchte die Situation gleich von Anfang an zu entschärfen.

„Ich reg mich ja gar nicht auf.“

„Tust du doch. Du regst dich immer gleich auf, wenn irgendwas nicht nach deiner Nase geht.“

„Aha. Das klingt ja interessant. Bin ich dann etwa auch schuld daran, dass denen ihre Scheißkaffeemaschine kaputt ist.“

„Nein, wieso?“

„Man fragt ja bloß.“

Max setzte ein beleidigtes Gesicht auf. Manchmal hatte er das Gefühl, dass sie ihn einfach nicht verstehen wollte. Man würde doch wohl noch eine kritische Bemerkung machen dürfen, wenn man statt heißem Espresso nur lauwarmes Wasser serviert bekam. Auch wenn sie etwas lauter als normal ausfiel.  

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Ist das cool

Telefonieren – solange man Lust hat

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Visionen brauchen starke Partner

 

 

Lass die Hosen runter – Big Brother

 

 

Erkennen - was wir sehen

Verstehen - was wir hören

Begreifen - was wir fühlen

Der * (TV-Gerät)- Technik, die berührt

 

 

Wenn alles zuviel wird ...

... musst du raus

Sieh doch nur ... diese unendliche Weite

Hör nur ... diese wunderbare Stille

Ist diese Welt ... nicht ein einziges Wunder

Ist sie nicht ... absolut geil

Atme die Schönheit

Hol dir die Natur ... wie sie wirklich ist

Freu dich ... auf das Abenteuer

 

 

Vergiss Alltag

Lebe dein Leben

Sei glücklich

 

Michael Gerwien
Texter & Autor
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